Neuigkeiten

Hier finden Sie aktuelle Informationen rund um das Multiple Myelom. Die Informationen werden von Myelom.Online e.V. zur Verfügung gestellt.

Myelom.Online – Patientenportal zum Multiplen Myelom: Infos zu Diagnose, Therapien und Nebenwirkungen, dazu Austausch, Selbsthilfe und Veranstaltungen.
  • Ständige Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und das Gefühl, „nicht mehr aufladen zu können“: Chronische Fatigue kann den Alltag massiv einschränken – weit über normale Müdigkeit hinaus. Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) startet gemeinsam mit der Universität Bonn eine Online-Studie, die untersucht, wie App-basierte Angebote Menschen mit chronischer Fatigue im Alltag unterstützen können – zum Beispiel beim Einordnen von Symptomen, bei alltagsnahen Übungen und beim Dokumentieren von Belastungen. 

    Wer kann mitmachen?
    Teilnehmen können Personen ab 18 Jahren mit diagnostizierter chronischer Fatigue bzw. Fatigue im Zusammenhang mit Long COVID, Multipler Sklerose oder Krebs. Die Teilnahme ist vollständig von zuhause möglich: Nach einer ersten Befragung folgt die Nutzung der App, nach sechs Wochen eine zweite Befragung.

    Alle Details & Kontakt zur Studienteilnahme finden Sie in der beigefügten Meldung vom idw.

  • Myeloma Patients Europe (MPE) ist unser europäischer Dachverband, der nationale und lokale Patient:innenorganisationen aus vielen Ländern vereint. MPE setzt sich dafür ein, Patientengruppen zu stärken und sich auf europäischer Ebene für bestmögliche Forschung sowie gleichen Zugang zu Behandlung und Versorgung beim Multiplen Myelom und bei AL-Amyloidose einzusetzen. 

    Die MPE Masterclass ist ein jährliches Fortbildungs- und Austauschformat für Patient:innenvertreter:innen: ein kompaktes Programm mit wissenschaftlichen UpdatesAdvocacy-Workshops und interaktiven Diskussionen, um Wissen, Fähigkeiten und Zusammenarbeit in Europa zu stärken.

    Die MPE Masterclass 2026 fand vom 24.–26. April 2026 in Lissabon statt. Im Fokus standen u. a. Therapie-UpdatesMRD (Minimale Resterkrankung)Infektionsrisiken/NebenwirkungenVorstufen (MGUS/SMM) sowie psychosoziale Themen.

    In unserer Youtube-Playlist sind englischsprachige Vorträge zur Masterclass gebündelt. Deutschsprachige Untertitel lassen sich bei YouTube in der Regel automatisch aktivieren. Inhaltlich geht es u. a. um Therapie-UpdatesMRD (Minimale Resterkrankung)Infektionen/NebenwirkungenVorstufen (MGUS/SMM)Angstbewältigung sowie Shared Decision Making (gemeinsame Entscheidungsfindung).

  • Beim „7th Würzburg Myeloma Workshop“ am Uniklinikum Würzburg (23.–25. April 2026) trafen sich rund 170 internationale Expertinnen und Experten, um die neuesten Erkenntnisse zum Multiplen Myelom zu diskutieren. 

    Im Fokus standen zwei zentrale Themen: Wie Myelomzellen ihre Mikroumgebung im Knochenmark beeinflussen, sodass sie das Tumorwachstum begünstigt – und welche Fortschritte moderne Therapien (u. a. neue Kombinationstherapien sowie Immuntherapien wie bispezifische Antikörper und CAR-T-Zellen) bereits ermöglichen, inklusive der Perspektive auf sehr lange Remissionen und teils sogar Heilung.

  • Menschen mit Multiplem Myelom brauchen bei einem Rückfall (Rezidiv) oft wirksame Anschlussbehandlungen, um die Erkrankung wieder zu kontrollieren und das Überleben zu verbessern.

    BLENREP (Wirkstoff: Belantamab-Mafodotin) ist eine zielgerichtete Therapie, die an BCMA (ein Merkmal auf Myelomzellen) bindet und als Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) einen Zellgift-Wirkstoff gezielt in Tumorzellen einschleust. 

    BLENREP ist in der EU für Kombinationstherapien zugelassen – und in Deutschland seit 1. April 2026 in zwei sogenannten Triplet-Kombinationen ab dem 1. Rezidiv verfügbar:

    • BVd = Belantamab-Mafodotin + Bortezomib + Dexamethason
    • BPd = Belantamab-Mafodotin + Pomalidomid + Dexamethason 

    Die Zulassung stützt sich auf die Phase-III-Studien DREAMM-7 und DREAMM-8, in denen diese Kombinationen im Vergleich zu etablierten Standard-Kombinationen das progressionsfreie Überleben (PFS) deutlich verlängerten; in DREAMM-7 wurde außerdem ein Überlebensvorteil (OS) berichtet.

  • Forschende unter Beteiligung des Universitätsklinikums Heidelberg haben ein neues Prognose-Werkzeug entwickelt, das Ärzteteams dabei unterstützen soll, Menschen mit schwelendem Multiplem Myelom (SMM) besser zu überwachen.

    SMM ist eine Vorstufe des Multiplen Myeloms: Bei manchen Betroffenen bleibt sie über lange Zeit stabil, bei anderen kann sie in ein behandlungsbedürftiges Myelom übergehen.

    Das neue Tool heißt PANGEA-SMM. Im Unterschied zu bisherigen Modellen, die oft nur eine Momentaufnahme von Laborwerten bewerten, betrachtet PANGEA-SMM Veränderungen über die Zeit („dynamisch“). Dafür nutzt es Laborwerte/Biomarker, die ohnehin in der Routine-Nachsorge erhoben werden. So soll sich das Risiko, ob die Vorstufe fortschreitet, genauer einschätzen lassen.

    In der zugrunde liegenden Studie wurden Daten von 2.344 SMM-Patient:innen aus mehreren internationalen Zentren ausgewertet; Heidelberg stellte mit 447 Personen die größte Validierungskohorte. Das Team berichtet, vier dynamische Biomarker zuverlässig identifiziert zu haben (als Beispiel wird ein Rückgang des Hämoglobins genannt). PANGEA-SMM ordnet das Fortschreitungsrisiko dann individuell als hoch, mittel oder gering ein.

  • Für viele Menschen mit Multiplem Myelom gehört die autologe Stammzelltherapie (mit körpereigenen Stammzellen) zu den wichtigen Behandlungsoptionen. Häufig ist diese Therapie jedoch mit längeren Krankenhausaufenthaltenverbunden – was für Patient:innen und Angehörige belastend sein kann.

    Ein Forschungsteam aus Göttingen und Bielefeld hat nun untersucht, unter welchen Voraussetzungen bestimmte Schritte der Stammzelltherapie sicher ambulant durchgeführt werden könnten. Mithilfe von Methoden des Maschinellen Lernens wurden Daten aus der klinischen Versorgung ausgewertet, um besser vorhersagen zu können, wer ein höheres Risiko für Komplikationen hat – und wer möglicherweise ohne durchgehenden stationären Aufenthalt auskommen könnte. Ziel ist, Behandlungen individueller zu planen, unnötige Klinikzeit zu vermeiden und gleichzeitig die Sicherheit im Blick zu behalten.

    Wichtig: „Ambulant“ bedeutet dabei nicht „ohne medizinische Betreuung“, sondern setzt eine enge Anbindung an das Behandlungsteam, klare Notfallwege und regelmäßige Kontrollen voraus.