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Hier finden Sie aktuelle Informationen rund um das Multiple Myelom. Die Informationen werden von Myelom.Online e.V. zur Verfügung gestellt.

Ein Multiples Myelom (Plasmozytom, Myelom) ist eine von den Plasmazellen des Knochenmarks ausgehende Krebserkrankung des blutbildenden Systems (Blutkrebs).
  • Für viele Menschen mit Multiplem Myelom gehört die autologe Stammzelltherapie (mit körpereigenen Stammzellen) zu den wichtigen Behandlungsoptionen. Häufig ist diese Therapie jedoch mit längeren Krankenhausaufenthaltenverbunden – was für Patient:innen und Angehörige belastend sein kann.

    Ein Forschungsteam aus Göttingen und Bielefeld hat nun untersucht, unter welchen Voraussetzungen bestimmte Schritte der Stammzelltherapie sicher ambulant durchgeführt werden könnten. Mithilfe von Methoden des Maschinellen Lernens wurden Daten aus der klinischen Versorgung ausgewertet, um besser vorhersagen zu können, wer ein höheres Risiko für Komplikationen hat – und wer möglicherweise ohne durchgehenden stationären Aufenthalt auskommen könnte. Ziel ist, Behandlungen individueller zu planen, unnötige Klinikzeit zu vermeiden und gleichzeitig die Sicherheit im Blick zu behalten.

    Wichtig: „Ambulant“ bedeutet dabei nicht „ohne medizinische Betreuung“, sondern setzt eine enge Anbindung an das Behandlungsteam, klare Notfallwege und regelmäßige Kontrollen voraus.

  • Viele Menschen mit Multiplem Myelom nehmen zusätzlich Medikamente gegen Bluthochdruck, Herzschwäche oder erhöhte Cholesterinwerte ein. Häufig entsteht dabei die Sorge: „Machen diese Mittel meine Krebstherapie weniger wirksam?“

    Ein aktueller Bericht (Deutsches Ärzteblatt, 26.03.2026) fasst Daten aus großen klinischen Studien mit insgesamt 1.804 Myelom-Patientinnen und -Patienten zusammen. Das Ergebnis ist beruhigend: Gängige Herz-Kreislauf-Medikamente – darunter Blutdruckmittel, Statine (Cholesterinsenker) und „Wassertabletten“ (Diuretika) – waren insgesamt nicht damit verbunden, dass die Myelomtherapie schlechter wirkt oder die Behandlungsergebnisse schlechter ausfallen.

    Wichtig ist trotzdem: Einige Medikamentengruppen (vor allem ACE-Hemmer/Sartane und Diuretika) waren in der Auswertung häufiger mit stärkeren Nebenwirkungen verbunden. Das heißt nicht, dass man sie absetzen sollte – aber es unterstreicht, wie wichtig eine gute Abstimmung zwischen Hämatologie/Onkologie, Hausarzt und ggf. Kardiologie ist. Blutdruck, Nierenwerte und Elektrolyte sollten bei Bedarf engmaschig kontrolliert werden.

  • Bei bestimmten Myelom-Therapien wird ein Prinzip genutzt, das man vereinfacht als „gezieltes Entsorgen“ bezeichnen kann: Medikamente können dazu beitragen, dass die Zelle bestimmte Eiweiße, die das Tumorwachstum unterstützen, abbaut.

    Auf diesem Ansatz bauen bekannte Wirkstoffe wie Lenalidomid oder Pomalidomid auf. Nun werden neuere Substanzen aus der Gruppe der CELMoDs (z. B. Mezigdomid und Iberdomid) in klinischen Studien untersucht. Erste Zwischenergebnisse werden als ermutigend beschrieben – vor allem in Kombinationen bei Rückfall oder wenn Therapien nicht mehr ausreichend wirken.

    Gleichzeitig laufen Studien, die prüfen, ob diese Wirkstoffe auch als Erhaltungstherapienach autologer Stammzelltransplantation geeignet sind.

    Für Betroffene wichtig: Aktuell sind das Studienmedikamente bzw. Entwicklungen, deren Nutzen und Sicherheit weiter bestätigt werden müssen.

  • In Folge 15 der Reihe „Myelom-Grundlagen“ geht es um eine Frage, die viele im Alltag begleitet: Kann man das Multiple Myelom heute tatsächlich heilen – oder zumindest dauerhaft unter Kontrolle bringen? Dazu spricht Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt und ordnet den aktuellen Stand verständlich ein.

    Er erklärt, warum sich die Perspektiven für Betroffene in den letzten Jahren spürbar verbessert haben und welche Rolle neue Therapien dabei spielen. Dabei geht es auch um das Konzept der funktionellen Heilung: Was bedeutet das konkret – und für wen kann dieses Ziel realistisch sein?

    Außerdem macht Prof. Goldschmidt deutlich, welche Faktoren für die langfristige Aussicht besonders wichtig sind, zum Beispiel wie tief eine Remission erreicht wird, ob eine MRD-Negativität vorliegt und welches Risikoprofil die Erkrankung hat.

    Die Folge liefert eine praxisorientierte Einordnung zu Langzeitverläufen und zu dem, was moderne Behandlungskonzepte in Richtung „Heilung“ möglich machen können.

  • In dieser Folge aus der Reihe „Myelom-Grundlagen“ spricht Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt über die Tiefe der Remission beim Multiplen Myelom: Was heißt es, wenn eine Therapie „anspricht“ – und warum kann das Ausmaß des Ansprechens den weiteren Verlauf beeinflussen? Anhand aktueller Studiendaten und Leitlinien erklärt er die Remissionskategorien von PR über VGPR bis zur (s)CR, zeigt, wie das Ansprechen gemessen wird, und ordnet die Bedeutung der Minimalen Resterkrankung (MRD) ein.

  • Warum wirken manche Therapien irgendwann nicht mehr? Eine aktuelle Meldung aus Würzburg zeigt: Frühere Behandlungen hinterlassen Spuren im Erbgut der Myelomzellen. Ein „genomischer Arztbrief“ – erstellt mithilfe der Ganzgenomsequenzierung – kann diese Veränderungen sichtbar machen und Hinweise darauf geben, warum ein Myelom resistent wird. Besonders wichtig: Die Analyse kann zeigen, ob bestimmte „Angriffspunkte“ auf den Tumorzellen noch vorhanden sind, die moderne Immuntherapien benötigen. Ziel ist es, Therapieentscheidungen in sehr fortgeschrittenen Krankheitsphasen besser zu unterstützen und in Einzelfällen neue Optionen zu eröffnen.