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Krankheitsbild

Das Multiple Myelom (MM) ist eine Krebserkrankung von Zellen der körpereigenen Abwehr (hier die Plasmazellen). Die malignen (bösartigen) Plasmazellen, als Myelomzellen bezeichnet, besiedeln dabei meist das Knochenmark. Die Besiedlung ist diffus und/oder herdförmig. Das MM ist der häufigste Knochen(mark)-krebs in den westlichen Ländern.

Ursächlich für die Symptome des MM ist ein Wachstum von malignen Plasmazellen (Myelomzellen) im Knochenmark. Die “normalen” Plasmazellen sind ein wesentlicher Bestandteil des Immunsystems. Das Knochenmark ist im Körper ein wichtiger Aufenthaltsort für Plasmazellen und konzentriert sich im Becken, in der Wirbelsäule und in den Röhrenknochen der Oberarme und Oberschenkel. Maligne Plasmazellen sind monoklonal, d.h. ausgehend von einer einzigen (griech. “mono”) defekten Zelle, welche weitgehend unkontrolliert wächst.

Oft wird im Zusammenhang mit dem Multiplen Myelom auch von einem Plasmozytom gesprochen. Im Gegensatz zum MM ist das Plasmozytom ist ein isolierter Tumor, der aus monoklonalen Plasmazellen besteht. Operation und/oder Bestrahlung können diese Form eines bösartigen Plasmazelltumors heilen. Leider sind bei mehr als 50 % der Patienten mit Plasmozytom bereits bösartige Plasmazellen im Körper verteilt, so dass diese Patienten später meist an einem Multiplen Myelom erkranken.

Vorstufen des Multiplen Myelom

Multiple Myelome entwickeln sich schrittweise. Die beiden Vorstufen der Krankheit werden Monoklonale Gammopathie unbestimmter Signifikanz (MGUS) und Smouldering Multiples Myelom (SMM, auf deutsch “Schwelendes Multiples Myelom”) genannt. Das Risiko aus diesen Vorstufen ein behandlungsbedürftiges Myelom zu entwickeln ist nicht immer gleich hoch.

MGUS
Eine Vorstufe des Multiplen Myeloms ist die sogenannte Monoklonale Gammopathie unbestimmter Signifi- kanz (MGUS). Hierbei lassen sich bereits monoklonale Plasmazellen nachweisen. Deren Anzahl ist jedoch so gering, dass definitionsgemäß keine klinischen Zeichen oder Krankheitssymptome hervorgerufen werden. Ein MGUS tritt bei 1-3 % der über 60-Jährigen auf und ist zunächst als reine Laborwertauffälligkeit einzuordnen, die jedoch beobachtungsbedürftig ist, da das MGUS mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 1 % pro Jahr in ein Multiples Myelom übergehen kann. Die MGUS ist assoziiert mit vermehrten Infektionen, Osteoporose, myeloischen Erkrankungen und einer gesteigerten Rate von Thrombosen. Aufgrund der potentiellen Toxizität der Leichtketten kann die Nierenfunktion eingeschränkt werden.

SMOLDERING MYELOM
Das “Smoldering” Multiple Myelom (SMM) ist im Vergleich zum MGUS durch eine größere Zahl von monoklonalen Plasmazellen im Knochenmark oder deren Produkte gekennzeichnet. Die häufigsten Organschäden beim symptomatischen MM betreffen Kalziumfreisetzung aus den Knochen, Nierenfunktionsverschlechterung, Blutarmut (Anämie) und Knochenzerstörung. In der englischsprachigen Literatur werden diese Symptome als CRAB-Symptome bezeichnet. Diese Endorganschäden treten definitionsgemäß bei Patienten mit Smoldering Myelom nicht auf.

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Diagnose

Die Symptome beim Multiplen Myelom sind unspezifisch, z.B. treten Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Infektneigung auf. Bei den meisten Patient*innen macht sich die Krankheit durch Knochenschmerzen, überwiegend im Rücken, den Rippen und den langen Röhrenknochen bemerkbar. Von den ersten Krankheitssymptomen bis hin zur Diagnosestellung vergehen oft mehrere Monate.

Weitere mögliche Symptome sind eine Niereninsuffizienz. Auch können periphere Neuropathien auftreten. Hauptsymptome sind hier Sensibilitätsstörungen, z.B. ein Kribbeln oder eine gestörte Wahrnehmung der Temperatur an Händen und Füßen. Wiederholt berichten Patient*innen von schäumendem Urin, der durch eine vermehrte Ausscheidung von Eiweiß bei der Krankheit zustande kommt. Des Weiteren weist ein Teil der Betroffenen erhöhte Kalziumwerte im Blut auf. Rund 25% der Patient*innen sind bei der Diagnose beschwerdefrei.

Aufgrund dieser unspezifischen Symptome ist die Diagnose des Multiplen Melom äußerst schwierig.

Bei Verdacht auf Vorliegen eines Multiplen Myeloms müssen umfangreiche Untersuchungen durchgeführt werden.

Um die Diagnose eines Multiplen Myeloms zu stellen, müssen mindestens 10 % sogenannte monoklonale (gleichartige und einen bestimmten Antikörper oder dessen Teile produzierende) Plasmazellen in einer Knochenmark-Probe nachgewiesen werden. Häufig zeigt sich darüber hinaus ein monoklonales Protein (M-Protein) in der Blutprobe oder Leichtketten (Bence-Jones-Proteine) in der Urinprobe. Beide Proteine werden von Myelomzellen gebildet. Das M-Protein ist dabei der Anteil von monoklonalem Immunglobulin an der Gesamtheit der Immunglobuline. Als Bence- Jones-Protein werden die sogenannten Leichtketten der Immunglobuline bezeichnet, wenn diese im Urin gefunden werden. Nachgewiesen wird das M-Protein durch ein spezielles Laborverfahren, die sogenannte “Immunfixationselektrophorese”, quantifiziert wird es durch die “Protein-Elektrophorese”.

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Therapie

Verursacht das multiple Myelom in frühen Stadien, z. B. als smoldering Myelom , noch keine klinischen Anzeichen (Symptome), wird der Zustand zunächst häufig lediglich beobachtet und kontrolliert. Regelmäßige Labortests sowie Röntgen- und Knochenmarkuntersuchungen geben Auskunft über den Verlauf und erlauben ein rechtzeitiges Einleiten der Therapie – beispielsweise, wenn sich Knochenveränderungen zeigen.

Eine Heilung des multiplen Myeloms ist zum heutigen Stand der Wissenschaft noch nicht möglich. Es gibt jedoch eine Reihe an Behandlungsmöglichkeiten, die den Erkrankungsstand über einen längeren Zeitraum stabil halten, die Beschwerden mindern und die Lebensqualität für die Betroffenen deutlich erhöhen können.

Die Therapie des multiplen Myeloms hat in den letzten zehn Jahren große Veränderungen erfahren. So galten noch Ende des 20. Jahrhunderts die chemotherapeutischen Strategien aus den 50er und 60er Jahren als Standard. Mittlerweile haben sich Therapiestrategien und die verwendeten Medikamente grundlegend gewandelt. Neuen Behandlungsoptionen ist es zu verdanken, dass heute teilweise deutlich bessere Therapieerfolge erzielt werden können. Die Entwicklung seit 2015 gibt weiter Hoffnung und erste Studienergebnisse lassen in naher Zukunft sogar eine Heilung als reale Chance erscheinen.

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